Ives: „Ihr müsst selbst hinter Eurer Entscheidung stehen können“

Ives, 20 Jahre, 1. Semester Integrierte Sozialwissenschaften, TU Braunschweig

Zwei Semester lang habe ich „Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik“ studiert, bevor ich in die Wegbereiter-Beratung gegangen bin. Ich bin auf das Projekt durch Flyer in der Mensa aufmerksam geworden. Schon nach dem 1. Semester hatte ich Zweifel und habe Beratung in der Universität aufgesucht. Dort wurde mir aber zum Durchhalten geraten, ohne eine Veränderung vorzunehmen. Für das Studium entschieden hatte ich mich, da ich selbst in meiner Schulzeit schon an wirtschaftlichen Zusammenhängen interessiert war und etwas Zukunftssicheres suchte. Da lag es nahe, sich an dem zu orientieren, was mein Vater gemacht hatte, also die Elektrotechnik dazu zu nehmen. Nach dem zweiten Semester entschied ich mich dann, noch einmal eine zweite Meinung einzuholen.

Die Studienzweifel kamen bei mir hauptsächlich, nachdem trotz hohen Lernleistungen und einer hohen Leistungsbereitschaft die Noten einfach nicht besser wurden. Ich habe mich zwei Semester lang intensiv in Lerngruppen auf meine Prüfungen vorbereitet – doch die erbrachten Leistungen spiegelten mein Engagement am Ende nicht wider, während die anderen in der Gruppe durchaus Erfolge erzielten. Ein weiterer Grund für mich, das Wegbereiter-Projekt aufzusuchen, war, dass das Beratungsangebot mir unabhängig und freiwillig erschien. Mit der Unterstützung bin ich heute sehr zufrieden, da ich mich mit der nun getroffenen Entscheidung in einer besseren Ausgangssituation sehe. Während des Prozesses hat es mir persönlich an nichts gefehlt, es gab nur am Anfang eine erschwerte E-Mail-Kommunikation aufgrund von Serverproblemen, was aber schnell behoben wurde. Danach klappte die Abstimmung reibungslos.

Ich bin von Wegbereiter an verschiedene Angebote verwiesen worden, zum Beispiel den Studienfachworkshop der Zentralen Studienberatung der TU Braunschweig, und durfte einen weiteren Berufswahltest über Wegbereiter wahrnehmen. Beide Potenzialanalysen haben mir die Erkenntnisse aus den Gesprächen in der Beratung und meiner persönlichen Reflexion bestätigt: Dass ich eine andere fachliche Richtung wählen muss, bei der bestimmte Aspekte meiner Persönlichkeit besser berücksichtigt werden. In der Folge habe ich mich über alternative Studiengänge an der TU Braunschweig und an der Ostfalia HaW informiert, dort auch die Zentrale Studienberatung aufgesucht, um das Richtige für mich zu finden.

Heute ist der vierte Tag in meinem neuen Studium „Integrierte Sozialwissenschaften“ an der TU Braunschweig, und der Übergang hat sich sehr leicht gestaltet, da ich an der gleichen Uni geblieben bin und sich für mich nur der Campus ändert. Meine persönliche Zukunft wird sich hoffentlich klarer gestalten, da ich jetzt einen Studiengang besuche, welcher mich auch wirklich interessiert und wo ich meine persönlichen Interessen sehe. Ich hadere zwar mit mir selbst noch immer, ob die Entscheidung wirklich die richtige war, aber es war besser, eine Veränderung zu versuchen als ein stures „Weiter so“. Meine Freunde und Familie haben diesen Schritt problemlos mitgetragen, da wir alle offen über unsere Probleme sprechen.

Ich kann jedem Studierenden, der sich in einer ähnlichen Lage befindet, dieses Projekt empfehlen, da es selbst bei kleineren Zweifeln Hilfestellungen und Tipps von guten Beratern geben kann. Fangt nicht an etwas zu studieren, was auch eure Eltern studiert haben, frei nach der Idee: Was bei Papa und Mama klappt, klappt auch bei mir. Ihr solltet selbst dahinterstehen. Wenn ihr so in das Studium reingeht, habt ihr eine ganz andere Motivation, es auch durchzuziehen.

Foto: Wegbereiter

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